Research​

Interesting papers

What is already known on this subject?

  • We know that children’s screen activities correlate with poorer social competence and with decrease of the quantity and quality of interaction with parents and siblings.
  • The capacity to understand emotions in others is primarily learned through interaction with primary caregivers, but little is known how children’s screen use influences development of emotion understanding.

What the present study adds?

  • We found that more TV watching among girls at age 4 predicted lower levels of emotion understanding at age 6.
  • Furthermore, TV in child’s bedroom at age 6 forecasted lower levels of emotion understanding at age 8

 

Does childhood television viewing lead to attention problems in adolescence? Results from a prospective longitudinal study.

Association between child and adolescent television viewing and adult health: a longitudinal birth cohort study.

      Hancox RJ1Milne BJPoulton R.

      Lancet. 2004 Jul 17-23;364(9430):257-62.

      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15262103


 

In den letzten Jahren haben kleine Kinder nicht nur Zugang zu den Möglichkeiten der traditionellen Bildschirmgeräte wie Fernsehern, sondern auch zu fortschrittlichen Bildschirmgeräten wie z.B. Computern, Tablets, Smartphones und Spielkonsolen erlangt (1). Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass eine verlängerte Bildschirm-Exposition in der frühen Kindheit für die Kinder schädlich sein kann: Für kognitive Entwicklung (2)(6), soziale Fähigkeiten (3,4)(5), psychische Gesundheit (5)(6) und körperliches Wohlbefinden (5), mit negativen Auswirkungen auf Konzentration, Schlaf, Adipositasrisiko, Diabetesrisiko, geistige Entwicklung, psychomotorische Entwicklung, Sprachentwicklung etc. und auf das Familienleben (6).

Laut einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest besitzen unter den 12- bis 19-jährigen Jugendlichen 97 % ein Smartphone. Sie nutzen ihr Gerät im Schnitt drei Stunden und 41 Minuten pro Tag, vor allem für soziale Medien (7).

Junge Erwachsene im Alter von 21 bis 30 Jahren verbringen nach einer Umfrage des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young im Schnitt fast sieben Stunden pro Tag online, davon rund drei Stunden am Smartphone. Laut einer Studie der Krankenkasse DAK erfüllen 2,6 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland die Kriterien für eine Social-Media-Abhängigkeit nach der so genannten Social Media Disorder Scale. Unter Mädchen beträgt der Anteil 3,4 % bei den Jungen 1,9 %. Hochgerechnet auf alle 12- bis 17-Jährigen in Deutschland entspricht dies ca. 100.000 Personen (8).

Besonders alarmierend ist der Zusammenhang zwischen Sucht und Depressionen: Wer von sozialen Medien abhängig sei, habe ein 4,6 mal höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken. Insbesondere junge Menschen werden immer abhängiger vom Handy. Die Folge der Abhängigkeit ist eine rapide Abnahme der Lebensqualität: Laut einer Studie der San Diego State University sind Teenager, die täglich mehr als fünf Stunden Freizeit online verbringen, im Schnitt doppelt so unzufrieden wie Jugendliche, die dafür weniger als eine Stunde aufwenden. (9).

Laut der im Bundesauftrag erstellten BLIKK-Studie (BLIKK steht für: Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz, Kommunikation) erleiden Babys, deren Mütter beim Stillen regelmäßig zum Smartphone greifen, häufig Trink-, Einschlaf- und sogar massive Bindungsstörungen (Publikation in Vorbereitung). Knapp 70 % der Jugendlichen geben an, sich auch in den letzten zehn Minuten vor dem Schlafengehen mit dem Handy zu beschäftigen. Rund die Hälfe lässt sich sogar in der Nacht von Mitteilungen wecken. Jugendliche, die Smartphone und Tablet auch am späten Abend nutzen oder gar ins Bett mitnehmen, haben einen schlechteren Schlaf, absolut gesehen weniger Schlaf und sind tagsüber signifikant müder (10).

Die Auswirkungen neuerer Bildschirmgeräte sind noch wenig untersucht (1)(11) und die o.g. Quellen zum Teil vorläufiger Natur, aber neue Untersuchungen zeigen, dass sich das Gehirn strukturell messbar ändert nach nur 6 Wochen Gaming (12).

Südkoreanische Forscher fanden heraus, dass intensives Online-Gaming das chemische Gleichgewicht des Hirns destabilisiert. Mittels Magnetresonanzspektroskopie (MRS) stellten sie fest, dass bei Intensiv-Gamern das Verhältnis wichtiger Botenstoffe in einer bestimmten Region des Präfrontalen Cortex deutlich verschoben war, u.a. entdeckten sie ein erhöhtes Level an GABA. Dieser Neurotransmitter verlangsamt die Neuronen und somit die Hirntätigkeit, ähnlich wie bei Patienten mit starken Depressionen. Erst nach längerer Gaming-Pause normalisierte sich die Hirnchemie der Probanden (13).

Es gibt kaum wissenschaftliche Untersuchungen über wirksame Methoden der Prävention vor Schaden durch moderne Medien (14).

Obwohl die Technologie als der „Große Ausgleicher“ angesehen wird (15,16), um die Entwicklungslücke zwischen wohlhabenderen und ärmeren Kinder zu schließen, sprechen die Fakten zunächst eine andere Sprache: Familien mit niedrigerem sozioökonomischen Status sind eher dazu bereit, Bildschirmgeräte im Kinderzimmer zu erlauben, und Kinder aus solchen Familien erleiden mehr Schaden durch Mediengeräte in ihrem Schlafzimmer als Kinder aus höheren Schichten (17)(18).

Eltern mit höherem sozioökonomischen Status sind besser in der Lage, sich zu entscheiden für Medieninhalte, die der kindlichen Entwicklung dienen oder zumindest weniger schaden können (19).

Auf der anderen Seite neigen Eltern mit niedrigerem sozioökonomischem Status dazu, Bildschirmgeräte als Beziehungsersatz zu verwenden, um ihre Kinder zu beschäftigen, ohne Kenntnis der Medieninhalte (20). Dabei ist inzwischen klar, dass nicht-pädagogische Medieninhalte das Risiko einer späteren Aufmerksamkeitsstörung erhöhen (19).

Ziel des vorliegenden Pilotprojekts „Medienfasten 2019“ ist es daher ein kostengünstiges, effektives Medienfastenangebot zu entwickeln und die praktische und wissenschaftlich evaluierte Basis zu schaffen, für die Weiterentwicklung der Idee mit Angeboten für Zielgruppen wie Kindergärten, Schulen, Schwangere und vieles mehr.

Langfristiges Ziel ist es, in der breiten Gesamtbevölkerung, vor allem aber in Familien und Institutionen mit Kindern ein gesteigertes, verhaltensveränderndes, gesundheitskompetentes Bewusstsein für den Umgang mit Bildschirmmedien durch ärztliche Informationen und die eigene Erfahrung zu erzeugen. – Zunächst in Deutschland später mit internationalen Bündnispartnern.

Literaturverzeichnis

Vanderloo LM. Screen-viewing among preschoolers in childcare: a systematic review. BMC pediatrics. 2014;14(1):205.2. Wright JC, Huston AC, Murphy KC, St. Peters M, PiÃ$\pm$on M, Scantlin R, u. a. The relations of early television viewing to school readiness and vocabulary of children from low-income families: The early window project. Child development. 2001;72(5):1347–1366.3. Rosen LD, Whaling K, Rab S, Carrier LM, Cheever NA. Is Facebook creating “iDisorders”? The link between clinical symptoms of psychiatric disorders and technology use, attitudes and anxiety. Computers in Human Behavior. 2013;29(3):1243–1254.
  • Mistry KB, Minkovitz CS, Strobino DM, Borzekowski DL. Children’s television exposure and behavioral and social outcomes at 5.5 years: does timing of exposure matter? Pediatrics. 2007;120(4):762–769.
  • Pagani LS, Fitzpatrick C, Barnett TA, Dubow E. Prospective associations between early childhood television exposure and academic, psychosocial, and physical well-being by middle childhood. Archives of pediatrics & adolescent medicine. 2010;164(5):425–431.
  • O’Keeffe GS, Clarke-Pearson K. Clinical report—the impact of social media on children, adolescents, and families.Pediatrics. 2011;peds–2011.
  • Gapski, H., Oberle, M., & Staufer, W. (Hrsg.) (2017). Medienkompetenz – Herausforderung für Politik, politische Bildung und Medienbildung. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

  • Hamburg N 27-31 20097, Tel.: 040 2396 1409, ed.kad@esserp E-M. Studie: So süchtig machen WhatsApp, Instagram und Co. [Internet]. [zitiert 6. Oktober 2018]. Verfügbar unter:https://www.dak.de/dak/bundes-themen/studie-so-suechtig-machen-whatsapp-instagram-und-co–1968568.html

  • Twenge JM. Have Smartphones Destroyed a Generation? The Atlantic [Internet]. September 2017 [zitiert 6.Oktober 2018]; Verfügbar unter:https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2017/09/has-the-smartphone-destroyed-a-generation/534198/
  • Strube TB, In-Albon T, Wee\s s H-G.Machen Smartphones Jugendliche und junge Erwachsene schlaflos?Somnologie. 2016;20(1):61–66.
  • Hale L, Guan S. Screen time and sleep among school-aged children and adolescents: a systematic literature review. Sleep medicine reviews. 2015;21:50–58.
  • Zhou F, Montag C, Sariyska R, Lachmann B, Reuter M, Weber B, u. a. Orbitofrontal gray matter deficits as marker of Internet gaming disorder: converging evidence from a cross-sectional and prospective longitudinal design. Addiction biology. 2017;
  • Choi J, Cho H, Kim J-Y, Jung DJ, Ahn KJ, Kang H-B, u. a. Structural alterations in the prefrontal cortex mediate the relationship between Internet gaming disorder and depressed mood. Scientific reports. 2017;7(1):1245.
  • Schmidt ME, Haines J, O’brien A, McDonald J, Price S, Sherry B, u. a. Systematic review of effective strategies for reducing screen time among young children. Obesity. 2012;20(7):1338–1354.
  • Wyer K. The Great Equalizer: Assistive Technology Launches a New Era in Inclusion. Teaching Tolerance. 2001;19:25–29.
  • Hancock A. Technology: The great equalizer. Community college journal. 2001;72(2):16–21.
  • Fu K, Ho FKW, Rao N, Jiang F, Li SL, Lee TM, u. a. Parental restriction reduces the harmful effects of in-bedroom electronic devices. Archives of disease in childhood. 2017;102(12):1125–1131.
  • Christakis DA, Ebel BE, Rivara FP, Zimmerman FJ. Television, video, and computer game usage in children under 11 years of age. The Journal of pediatrics. 2004;145(5):652–656.
  • Zimmerman FJ, Christakis DA. Associations between content types of early media exposure and subsequent attentional problems. Pediatrics. 2007;120(5):986–992.
  • Lareau A. Invisible inequality: Social class and childrearing in black families and white families.American sociological review. 2002;747–776.
Menü schließen

Vielen Dank!

Schön das du dich dazu entschieden hast, unseren Newsletter zu Abonnieren!

Schau Bitte noch in deine Emails um dies zu bestätigen!

Melde dich für den Newsletter an!

Newsletter